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vox-Doku “Plötzlich reich” zeigte: Geld macht unglücklich

Geld wie Heu haben und nie mehr arbeiten müssen: Mit dem als Doku-Drama betitelten Film "Plötzlich reich" zeigte vox, dass der Traum, den wohl jeder schon einmal geträumt hat, ein böses Erwachen nach sich ziehen kann.
Petra und Achim Bubert waren mit ihrem Lottogewinn zu großzügig (Bild: vox / VP)Petra und Achim Bubert waren mit ihrem Lottogewinn zu großzügig (Bild: vox / VP) Dass unverhoffter Geldsegen einen Haufen Probleme bringen und ganz schön einsam machen kann, diese Erkenntnis vermittelte "Plötzlich reich" ebenso wie die, dass mehr Geld nicht unbedingt mehr Zufriedenheit bedeuten muss. "Das erste Gebot für einen Lottogewinner ist Schweigen", mahnt Herbert John von Lotto West im Film. Familie Baumann wünscht sich heute, sie hätten es getan. 3,1 Millionen Euro gewann Familienvater Gerd. Sofort sah er sich umringt von der lieben Verwandtschaft: Einer nach dem anderen hielt die Hand auf. Eltern und Bruder kamen sogar bis nach Mallorca hinterher, wohin sich Gerd mit Frau und Tochter eigentlich zurückziehen wollte. Ähnliche Erfahrungen haben auch die Buberts gemacht: Von ihrem einstigen Lottogewinn ist nach einem innerfamiliären Beutezug nichts geblieben.
Eins zu 140 Millionen. So gering sei die Wahrscheinlichkeit, die berühmten "sechs Richtigen" plus Superzahl zu tippen. Trotzdem durften sich im letzten Jahr 117 Deutsche über einen Lottogewinn von mehr als einer Million Euro freuen. Dazu gehörte auch Familie Familie Baumann aus Bochum. Der 42-jährige Gerd knackte den Jackpot und war mit von einem Tag auf den anderen dreifacher Millionär. Klar, dass die Baumanns auch Freunden und Verwandten etwas von dem Geld abgeben wollten. Auch klar, dass sie mit der frohen Botschaft nicht gerade hinterm Berg hielten. Keine gute Idee. "Leider kommt es immer wieder vor, dass Neumillionäre mit dem Geld rumprotzen", beschrieb Herbert John von Lotto West den Fall der Baumanns in "Plötzlich reich". "Da darf man sich nicht wundern, dass Verwandte, falsche Freunde und sogar fremde Menschen auf der Matte stehen und ein Stück von dem Kuchen haben wollen."
Unverhoffter Geldsegen bringt Spaß, aber auch Probleme mit sich. (Bild: vox/VP)Unverhoffter Geldsegen bringt Spaß, aber auch Probleme mit sich. (Bild: vox/VP) Gutmütigkeit, Leichtgläubigkeit, Redseligkeit: Das waren auch beim zweiten "Plötzlich reich"-Beispiel die Kardinalfehler. "Wir sind genauso leichtsinnig mit dem Gewinn umgegangen wie Gerd Baumann", blickten Petra und Achim Bubert in "Plötzlich reich" zurück. "Mehr als acht Millionen Mark haben wir an Verwandte und Freunde verteilt. Und heute stehen wir mit leeren Händen da." Doch nicht nur das Geld verloren die Buberts letzten Endes. Viele Freundschaften gingen in die Brüche, und sogar Familienmitglieder logen und betrogen, bloß um etwas abzubekommen. So fiel das Fazit des Doku-Dramas "Plötzlich reich" nachdenklich und zugleich warnend aus: Viel Geld macht mitunter einsam und unglücklich. Dann doch lieber einen schlanken Kontostand!
Sechs weitere Ausgaben des als Doku-Drama bezeichneten Formats "Plötzlich reich" sind geplant. Die Sendetermine stehen nach Angaben von vox allerdings noch nicht fest.
Gerd Baumann freut sich über seinen Gewinn, Ehefrau Heike ist skeptisch. Bild: vox/VPGerd Baumann freut sich über seinen Gewinn, Ehefrau Heike ist skeptisch. Bild: vox/VP


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Neurochirurg: "Den Himmel gibt es wirklich"

Dr. Eben Alexander ist seit 25 Jahren Neurochirurg, er lehrte in Harvard. 2008 stürzte ihn eine Hirnhautentzündung für sieben Tage ins Koma. In dieser Woche war er dem Tode nahe, er überlebte nur knapp. Damals hat er eigenem Bekunden nach einen Blick ins Jenseits geworfen. Nun hat er ein Buch über seine Nahtoderfahrungen geschrieben – und behauptet, damit das rein wissenschaftliche Weltbild zu widerlegen.

 

Dr. Eben Alexander ist seit 25 Jahren Neurochirurg. (Foto: Twitter)Alexanders Erzählungen seiner himmlischen Reise, über die er diese Woche im US-Nachrichtenmagazin Newsweek schreibt, klingen für christliche Leser vertraut. Anfangs habe er sich in großen, rosa-weißen Wolken vor einem blau-schwarzen Himmel wiedergefunden. Weit darüber schwebten Scharen schimmernder Wesen. Ein gigantischer Klang wie ein Jubelchor sei von dort gekommen – ein Ausdruck der Freude dieser höheren Wesen, wie Alexander später vermutete. Er habe den Klang spüren können. Sehen und Hören verschwammen.

Eine junge, schöne Frau mit hohen Wangenknochen und tiefblauen Augen, gekleidet in Blau und Orange, habe ihn bei seiner Reise begleitet. Mit ihr sei er auf dem Flügel eines Schmetterlings geritten. Neben ihnen seien Millionen von Schmetterlingen durch die Wälder geflattert. Die Frau habe ihn mit dem Ausdruck einer Liebe angesehen, die es auf Erden nicht gibt. Ohne Worte sprach sie zu ihm. „Du bist für immer geliebt und behütet. Du musst nichts fürchten. Es gibt nichts, das du falsch machen kannst.“ Darauf habe er eine große Erleichterung verspürt, schreibt Alexander.

Ein warmer Wind habe ihn umweht. Als er fragte, wer, wo und warum er hier sei, habe er eine Explosion von Licht, Farbe, Schönheit und Liebe als Antwort erhalten. Und er habe diese Antwort verstanden. „Ich bewegte mich weiter durch eine riesige Leere, vollkommen dunkel, unendlich groß, unendlich angenehm.“ Und trotz der Schwärze sei auch dieser Ort voller Licht gewesen.

Ähnliche Geschichten von Nahtoderlebnissen hat man schon öfter gehört. Alexander panzert seine Version mit der eigenen Autorität als Wissenschaftler. „Als Neurochirurg glaubte ich nicht an das Phänomen der Nahtoderfahrung“, schreibt er. „ Ich glaubte immer, dass es gute Erklärungen für himmlische Reisen außerhalb des Körpers gebe.“

Alexander behauptet, dass seine Erfahrungen einzigartig seien. Während der sieben Tage Koma war sein Neocortex lahmgelegt, ein Teil der Großhirnrinde, den nur Säugetiere besitzen. Es sei der Teil des Gehirns, der Gedanken und Gefühle kontrolliere und „uns im Grunde zu Menschen macht“, erklärt der Neurochirurg.

Kein Mensch vor ihm sei ins Jenseits gereist, während seine Hirnrinde vollkommen ausgeschaltet war. Das hätten CT-Scans und neurologische Untersuchungen der Mediziner festgestellt, die ihn rund um die Uhr beobachteten. „Gemäß der medizinischen Lehrmeinung hätte ich auf keinen Fall auch nur das geringste Bewusstsein haben dürfen – ganz zu schweigen von der sehr lebendigen und in sich geschlossenen Reise, die ich unternahm.“

Seine Kollegen und selbst seine Familie hätten mit ungläubigen Blicken auf seine Erzählungen reagiert, schreibt Alexander. Nur in der Kirche stieß er auf Verständnis. Seitdem sieht er christliche Mythen und Symbole mit anderen Augen: Die bunten Glasfenster in einer Kirche etwa erinnerten ihn an die leuchtende Schönheit der Landschaften, die er auf seiner Himmelsreise gesehen hatte.

Der nun überzeugte Christ Alexander glaubt, dass das Universum durch Einheit und Liebe definiert sei. Jesus und Einstein hätten über ein und dieselbe Sache auf individuell verschiedene Weise gesprochen. Alexander will den Rest seines Lebens damit verbringen, die wahre Natur des Bewusstseins zu ergründen und den Wissenschaftlern und allen Menschen zu erklären, dass es viel mehr sei als Hirnaktivitäten.

Außerdem will er wohl auch ein paar Exemplare seines Buchs verkaufen. Der Titel verspricht einiges: „Proof of Heaven: A Neurosurgeon's Journey into the Afterlife.” Auf Deutsch: „Der Beweis des Himmels: Die Reise eines Neurochirurgen ins Leben nach dem Tod“.

Und vielleicht ist es auch kein Zufall, dass Alexanders Buch, das eine atheistische, rein weltliche Weltsicht als erledigt erklärt, mitten im US-Wahlkampf erscheint. Mitt Romney und die religiöse Rechte der Republikaner können seine Argumente als Munition jedenfalls gut gebrauchen.


 







 

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